Idee der Workshops

Seit 2010 bieten wir, die Filmemacher Ralph Etter und Sophie Narr Dokumentarfilm-Workshops an, die speziell für Kinder und Jugendliche konzipiert sind.

In diesen vier- bis fünftägigen Werkstätten steht die intensive Auseinandersetzung der Teilnehmer mit sich selbst und ihrer sozialen Umwelt im Vordergrund. Durch das Medium Film lernen die Teilnehmer ihre Standpunkte auf dokumentarische Weise auszudrücken und in der Gruppe die Arbeitsprozesse zu reflektieren. Neben der Selbsterfahrung finden sie so einen Zugang zu den Ansichten und Lebenswelten der anderen Kursteilnehmer.

Professionell betreut von der Ideenfindung über den Dreh bis hin zum Schnitt entstehen bis zu zehn Kurzfilme zu einem vorgegebenen Thema, die in einer Abschlussveranstaltung präsentiert werden.

Das Angebot richtet sich an Schulklassen und freie Gruppen. Der Fokus dieser Workshops liegt in der kreativen Auseinandersetzung mit dem Filmmaterial und weniger in der Vermittlung von Technikwissen.


Workshop im C/O Berlin, 2011

Dauer / Angebot

Dokumentarfilm
Fünf Tage + Abschlusspräsentation

Filmschnitt
Drei bis vier Tage (je nach Teilnehmerzahl)
Aufbaukurs für Teilnehmer, die bereits einen Filmworkshop besucht haben

Alle Workshops sind für Anfänger konzipiert.
Vorkenntnisse werden nicht erwartet.

Die Themen der Workshops sind auf die Interessen der Teilnehmer zugeschnitten, können aber nach Absprache auch Bezug zu laufenden Projekten der beauftragenden Schulen oder Institutionen nehmen.

Teilnehmernehmerzahl

Gruppen mit bis zu 16 Jugendlichen / Kindern

Das Angebot richtet sich an Jungendliche und Kinder im Alter von 10 bis 17 Jahren. Die Teilnehmer in einem Workshop sollten ungefähr im selben Alter sein.



Workshop in der Akadiemie der Künste, Berlin 2015

Dokumentarfilm-Workshop


In unseren Workshops führen die Kinder und Jugendlichen die Kamera selbst und bestimmen, was sie filmen. Wir geben ihnen Vorlagen und besprechen in Gruppen- und Einzelgesprächen, wie sie das gedrehte Material weiterentwickeln können.

Die Praxis steht von Anfang an im Vordergrund. Jeder Workshopteilnehmer erhält eine eigene Filmkamera und eine technische Einführung. Anhand des vorgegebenen Themas dreht jeder im Verlauf des Workshops selbständig einen eigenen 5- bis 10-minütigen Film. Dies kann auf alle möglichen dokumentarischen Arten geschehen.

In allen Phasen persönlich begleitet, erhalten die Teilnehmer so einen Einblick in die verschiedenen Facetten des künstlerischen Arbeitens im Dokumentarfilm: von der Inspiration und Ideenfindung über die Planung und Umsetzung ihres Projekts bis zur gemeinsamen Auswertung.

Die Workshopleiter sowie die gesamte Gruppe stehen bei der Umsetzung der Arbeit hilfreich zur Seite und werden miteinbezogen, denn neben Einzelengagement gehört die Teamfähigkeit zu den wichtigsten Voraussetzungen des Filmemachens.

Die Umsetzung ist in fünf Teile gegliedert.

1. Nach einem ersten Kennenlernen, schauen wir uns gemeinsam Filmbeispiele an. Dabei besprechen wir, wie man etwas darstellen kann. Wie kommt man vom statischen Bild (Fotografie) zum Bewegten (Film)? Was gibt es für filmische Mittel? Was ist eigentlich ein Dokumentarfilm?

2. Anhand der Filmbeispiele werden Übungen durchführt, um die zur Verfügung gestellten Kameras / Camcorder kennen zu lernen. Die ersten Resultate werden zusammen in der Gruppe angeschaut und besprochen. Wie kann man präzise erzählen? Was gibt es für Hilfsmittel und Herangehensweisen?

3. Wenn die Technik erforscht ist, wenden wir uns den Inhalten zu. Für jeden Film braucht es eine Idee und ein Konzept. Was will ich eigentlich zeigen? Und wie kann ich dies am besten darstellen? Ist das Konzept erstellt, geht es an die Dreharbeiten. Jeder Teilnehmer setzt sein Konzept eigenständig um.

4. Gemeinsam mit den Teilnehmern und Gruppenleitern werden die Filmaufnahmen präsentiert und analysiert. Hat es geklappt, das Konzept umzusetzen? Fehlt etwas oder kann etwas verbessert werden? Wie bei jedem Filmdreh gibt es die Möglichkeit zusätzliche Aufnahmen (Bild oder Ton) zu machen, um das Material zu vervollständigen. Hat jeder Teilnehmer sein Material zusammen, geht es an das Schnittkonzept. Wie sollen die Bilder aufeinander folgen? Wie ist der Titel des Filmes?

5. Anschließend an den Workshop werden die Filme von den Kursleitern so geschnitten, wie es mit den Kindern besprochen wurde.

Filmschnitt-Workshop


Die von uns angebotenen Filmschnittworkshops beinhalten die Auseinandersetzung mit dem gedrehten Filmmaterial. Das Angebot richtet sich an Teilnehmer, die bereits einen Dokumentarfilm-Workshop bei uns besucht haben und ihre Erfahrungen in der Postproduktion von Filmen erweitern wollen.

Wie bereits im Dokumentarfilm-Workshop festgestellt, entsteht bei jedem Filmdreh immer sehr viel mehr Material als nachher im fertigen Film zu sehen sein wird. Wie wähle ich das passende Material aus? Wie montiere ich es? Was möchte ich erzählen? Wo liegt der Fokus der Erzählung, und welche Möglichkeiten bietet der Schnitt diesen zu präzisieren?

In diesem Workshop wird Dokumentarfilm-Material von den Teilnehmern mitgebracht, das sie im Vorfeld selbst gedreht haben. Zusammen mit den Workshopleitern entwickeln sie ein Schnittkonzept und lernen die Vorgänge im Schnittprozess kennen: vom visuellen Konzept über den Bild-Rohschnitt zum Feinschnitt und der dazugehörigen Tonmontage.

Außerdem nehmen sie Anteil an den Schnittprozessen der anderen Teilnehmer. Bei gemeinsamen Sichtungen geben sie sich inhaltlich und gestalterisch gegenseitig Hilfestellungen und Anregungen.

Der Fokus dieser Workshops liegt in der kreativen Auseinandersetzung mit dem Filmmaterial und weniger in der technischen Vermittlung von Schnittsoftware-Kenntnissen.

Auswertung der Workshops

Am Ende eines jeden Workshops und nachdem die Workshopleiter die Filme fertig gestellt haben, werden die entstanden Kurzfilme in einer gemeinsamen Abschlusspräsentation vorgeführt. Außerdem erhält jeder Teilnehmer eine DVD mit allen gemeinsamen Arbeiten.

Klick Resultate Filmworkshop


Eindrücke